Archiv der Kategorie: Allgemein

Weihnachtsbaum gegen schlechte Laune

In Wildenranna glitzert eine von der EWG geförderte Tanne

In einer kurzen Zeremonie wurde der Baum neben dem Bahnhof seiner Bestimmung übergeben. © für alle Fotos: Etwaige Nachrichten

Wildenranna, 09. Dezember (EigenerBericht) Mit touristischen Innovationen, die gleichzeitig auch das Lebensgefühl der Bürger verbessern, wollen die Stadtväter Wildenrannas das Image ihres Ortes aufpolieren. Erste Initiative: Sie stellten einen Weihnachtsbaum zwischen Bahnhof und Kiosk auf. Am Sonntag wurde er unter gro­ßer Anteilnahme der Bevölkerung der Öffentlichkeit übergeben.

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Mehr als „Schöner wohnen im Container“

Schwörer stellt Flying Space als Musterhaus vor –

Werder (Havel), 22. Juni (ssl) „Ein Haus zum Mitwandern“ nennt es der Hersteller im Gespräch. „Einfach auf einen Lkw verladen und an seinem neuen Standort wieder aufbauen“, schreibt die Zeitschrift „Wohnidee“. Andere fühlen sich an ein nordamerikanisches Mobile Home erinnert. Im brandenburgischen Werder steht es seit ein paar Wochen, und schon sind acht Bestellungen eingegangen: Flying Space von Schwörer.

Flying Space in Werder (Havel). © Foto: Schwörer

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Bundesregierung erwägt Nulltarif bei Bussen und Bahnen

Zur Minderung der Dieselemissionen in Städten – Schreiben dreier Minister an die EU-Kommission (2. Zusammenfassung mit Stellungnahme BVG und VDV)

Berlin, 13. Februar (ssl) Die Bundesregierung erwägt zur Vermeidung eines Dieselfahrverbots die Einführung von Gratis-Tickets im öffentlichen Nahverkehr. Das geht aus der Stellungnahme dreier Minister aus allen Parteien der Großen Koalition an die EU-Kommission zum möglichen Vertragsverletzungsverfahren wegen der Grenzüberschreitung bei den Stickoxid-Emissionen in Städten hervor, die Schiene Straße Luft und dem Verkehrsbrief vorliegt. Zuerst hat darüber der Brüsseler Newsletter „Morgen Europa“ von Politico berichtet. Das größte deutsche Nahverkehrsunternehmen, die Berliner BVG, erklärte auf Anfrage in einer ersten Stellungnahme, so ein Projekt sei machbar, aber teuer.

Bald zum Nulltarif Bus und Bahn fahren? Die Bundesregierung erwägt das, um das Umsteigen attraktiver zu machen und so die Stickjoxid-Grenzwert einhalten zu können. Hier ein Elektrobus der BVG. Foto: Rietig

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„Wir sehen uns beim Aftertable“

Zur Erinnerung an Gerd Reuter: 6. Oktober 1944 – 19. Dezember 2017

Gerd Reuter nach getaner Arbeit in der Nähe von Cancun 1996. Foto: Rietig

Berlin, 09. Januar (ssl) Es gibt Menschen, die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes geschrieben haben und trotzdem fast nie auf Bildern historischer Ereignisse zu sehen sind. So einer ist Gerd Reuter. Als Korrespondent arbeitete er für die Deutsche Presse-Agentur in Paris, Kopenhagen und Buenos Aires, zuletzt in Bonn und Berlin. Meines Wissens hat er keine Journalistenpreise gewonnen. Wenn doch, bitte ich um Entschuldigung. Dann hat er jedenfalls nicht darüber gesprochen, sodass ich nichts davon mitbekommen habe, und das spricht für seine Bescheidenheit. „Wir sehen uns beim Aftertable“ weiterlesen

Die Schulen als digitales Nirwana

Weder Lehrer noch Schul-Infrastruktur reif für Herausforderungen des digitalen Wandels – „Monitor digitale Bildung“ erschienen

Berlin, 15. September 2017 (ssl) Eine beliebige U- oder S-Bahn, ein Café oder auch nur ein belebter Bürgersteig in einer deutschen Innenstadt ist im Vergleich zu den meisten Klassenzimmern offenbar ein echtes Digitallabor. Folgt man der Erhebung der Bertelsmann-Stiftung in ihrem neuesten „Monitor Digitale Bildung“, so hinkt das Schulsystem hinsichtlich der Nutzung digitaler Medien im Unterricht weit hinter der alltäglichen Praxis hinterher. Es fehle sowohl an infrastrukturellen Voraussetzungen als auch an einer Strategie und an der Erkenntnis des didaktisch-methodischen Potenzials digitaler Medien. Die Schulen als digitales Nirwana weiterlesen

Nicht schimpfen, sondern reden mit den Populisten

Bertelsmann-Studie: Zugleich Frühwarnsystem und Gefahr – Einfluss auf Bundestagswahl eher gering

Berlin, 25. Juli (ssl) Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt in ihrer jüngsten Studie, „Populismus“ nicht als Schimpfwort zu benutzen. Das Aufkommen solcher Strömungen könne auch als Frühwarnsystem begriffen werden, und mit ihren Anhängern sollte man sich besser in Diskussionen auseinandersetzen, anstatt sie zu beschimpfen – von dem Populismus der rechtsextremen Ausprägung abgesehen. Die Studie gibt zwar Entwarnung hinsichtlich des Einflusses populistischer Strömungen auf die bevorstehende Bundestagswahl, aber nicht für den Fall, dass sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland verschlechtert. Immerhin beträgt der populistische Bodensatz hierzulande 29,2 Prozent.

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Wie Autobauer und Grüne zusammenkommen könnten

VDA räumt Umweltvorteil von 32 Prozent durch Verbrenner-Verbot ein – Ifo-Institut begutachtet mögliche Verbotsfolgen

Berlin, 18. Juli (ssl) Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wehrt sich gegen Forderungen nach einem Verbot des diesel- oder benzinbetriebenen Verbrennungsmotors ab 2030, wie sie die Grünen in ihrem Bundestagswahlprogramm erheben. Er hat deshalb bei dem renommierten ifo-Institut ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die möglichen Folgen eines solchen Verbots untersucht. Die Gutachter kamen teilweise zu Ergebnissen, die auch dem VDA zu denken geben dürften. Zu Ende gedacht, könnte er sogar mit den Grünen zu einer Linie finden, ohne den klassischen Motorenbau völlig aufzugeben. Wie Autobauer und Grüne zusammenkommen könnten weiterlesen

Wer seinen Güterzug liebt, der schiebt

Jedenfalls, wenn es regnet – Neubaustrecke im Spessart bringt vorerst nicht den erhofften Erfolg

Berlin/Hanau, 17. Juli (ssl) Vor gut vier Wochen feierten Eisenbahner und Eisenbahnfans mit der Sonderfahrt eines stolzen TEE-Nostalgiezugs von Aschaffenburg nach Heigenbrücken im Spessart die Inbetriebnahme der Umfahrung des Schwarzkopftunnels. Nach vier Jahren Bauzeit und voraussichtlich einer halben Milliarde Euro Ausgaben wurde ein 160 Jahre altes Tunnelbauwerk auf einer vielbefahrenen Fernverkehrsstrecke der deutschen Eisenbahn aus dem Netz genommen. Die DB gab eine Pressemitteilung heraus: „Schiebelokbetrieb auf der Spessartrampe wird nicht mehr benötigt.

Schiebeloks wie diese Maschinen der Baureihe 151 waren früher an der Spessartrampe stationiert. (Diese hier stehen allerdings in Halle.) Foto: Rietig

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Ich weiß, wo dein Shimmns steht

DB Cargo implantiert Güterwagen Sensorik und Intelligenz

Shimms vor der Operation in München Nord. Im Vordergrund DB-Ingenieur Gerrit Koch to Krax. @Foto: Rietig

Berlin, 01. Juli 2017 (ssl) „Mehr Güter auf die Schiene“ ist eine seit Jahrzehnten wiederholte Forderung, deren Erfüllung immer noch auf sich warten lässt. In absoluten Zahlen steigt zwar mit einer „Delle“ während der Krise 2008 das Güteraufkommen auf der Schiene, aber das auf der Straße wächst in ganz anderen Dimensionen. Um dieses Missverhältnis zu verbessern, bedarf es eines großen Maßes an Intelligenz nicht nur bei den Menschen, sondern auch bei den Maschinen. Daher baut die Deutsche Bahn am intelligenten Güterwagen. Ein Werkstattbesuch. Ich weiß, wo dein Shimmns steht weiterlesen

Das Geheimnis des undichten Dachs

Im Berliner Legoland entsteht der Berliner Hauptbahnhof im Maßstab 1:60

Lego-Baumeister Olaf Reichert auf seiner Baustelle. Bis Ende 2018 soll hier ein 1:60-Modell des Berliner Hauptbahnhofs entstehen. Finde die Dixiklos! © Foto: Rietig

Berlin, 20. Juni (ssl) Es gibt Termine, da lernt der Journalist auch mal spielerisch. Die Vorstellung der Baugrube des Berliner Hauptbahnhofs im Maßstab 1:60 war so einer. Seitdem weiß ich, warum es im richtigen Hauptbahnhof durchs Dach tropft und wie das mit der Genderfrage bei den bauarbeitenden Lego-Figuren ist (fast hätte ich „Männchen“ geschrieben). Und wann neuerdings pünktliche Züge abfahren. Das Geheimnis des undichten Dachs weiterlesen

Reisen mit Helmut Kohl

Anekdoten und ein Nachruf zum Tod des Kanzlers der Einheit

Berlin, 17. Juni (ssl) Helmut Kohl hat mein Selbstverständnis als politischer Journalist nachhaltig geprägt. Ehrlich gesagt, habe ich niemals das klassische Interview mit ihm geführt, anders als mit Gerhard Schröder oder Angela Merkel. Aber ich habe von 1995 bis zu seiner Abwahl 1998 zahlreiche Auslandsreisen und Parteitage mit ihm erleben dürfen, darunter auch solche mit sehr wenigen anderen Journalisten. Ich habe von ihm gelernt, wie ein professionelles zoon politicon tickt. Aber ich habe von ihm auch gelernt, dass Lust und Freude ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist. Nicht gelernt habe ich von ihm, wie man seine Familie behandelt. Da war er eher das abschreckende Beispiel. Der sachliche Teil des folgenden Nachrufs, im folgenden kursiv geschrieben, erschien in der heutigen Ausgabe der „Nürnberger Zeitung“. Der 17. Juni ist wahrlich ein passender Tag, um an Helmut Kohl zu denken. Reisen mit Helmut Kohl weiterlesen

Gegen die Leistungs-Manie beim Auto

Eine klimaschonende Zukunft des Privat-Pkw erfordert mehr als nur Emissionsreduzierung am Auspuff

Würden nur mehr Autokäufer dem „schneller, stärker, größer“ entsagen als die smart-Käufer. Foto von der Vorstellung der aktuellen smarts 2014. ©Thomas Rietig

Berlin, 23. April (ssl) Ist der Dieselkäufer oder ­-fahrer „der Depp“, wie die „Bild“-Zeitung neulich titelte? Oder verhält er sich auch nach dem Abgasskandal vernünftig? Mehrere Umweltverbände haben dazu am Dienstag aus Anlass der neuerlichen Selbstzünder-Bekenntnisse von Autoindustrie und Politikern bis hin zum grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, Stellung genommen. Fazit wie immer: Es kommt drauf an. Aber eigentlich ist das nicht die Frage. Die Frage ist: Kann Deutschland nicht auch ohne das sinnfreie „größer, schneller, stärker“ eine weltweit führende Autoindustrie haben? Gegen die Leistungs-Manie beim Auto weiterlesen

Mit einem Fußball in Dar es Salaam fing alles an

Wie drei Männer aus Tansania und Deutschland eine NGO gründeten und einen hochdotierten Preis gewannen

Zuerst betreuten sie, fünf, jetzt rund 100 Kinder und Jugendliche. © Roland Berger Stiftung

Berlin, 04. Mai (ssl)Wir haben den Kindern einen Fußball gegeben“, sagt Erick Morro. So fing es 2008 an mit der Nichtregierungsorganisation TSE (Talent Search and Empowerment), die in Tansania hilfsbedürftigen Kindern Chancen für ein selbstbestimmtes Leben eröffnet. Am Donnerstag hat sie die Roland Berger Stiftung in Berlin mit dem Preis für Menschenwürde 2017 ausgezeichnet. Einer der drei Gründer ist der Sozialarbeiter Erick Morro. Er lebt in Nürnberg und arbeitet hauptberuflich als Flüchtlingsberater. Mit einem Fußball in Dar es Salaam fing alles an weiterlesen

Luftfahrt und Drittes Reich

Aus der Perspektive eines Zollbeamten – Eine Buchbesprechung

Berlin, 19. April (ssl) Der Titel des Buchs „Faszination Fliegen“ ist erklärungsbedürftig. Es geht nämlich weniger ums Fliegen an sich als vielmehr um die Faszination, die die Luftfahrt auf Hermann Benkowitz in den 1930er Jahren ausübte. Benkowitz war ein Zollbeamter, der in dieser Zeit am Frankfurter Flughafen Dienst tat. Er hat viele Dokumente hinterlassen, die mit dem Fliegen und mit seinem alltäglichen Leben zu tun haben – von der Fahrradrechnung bis zum Freiticket nach Italien. Daraus wurde das Buch, also eine Art Nachlassverarbeitung. Dieser Blog-Eintrag steht hier also nicht nur wegen der Luftfahrt-Thematik, sondern auch, weil es zu den Sichtungen aus eigenen Familienbeständen passt, etwa hier Luftfahrt und Drittes Reich weiterlesen

Wo die Nazis sich monströs inszenierten

Historiker plädieren für Erhalt des Reichsparteitagsgeländes im aktuellen Zustand

Berlin, 30. März (ssl) Neulich hat auf Facebook jemand gepostet, dass die meisten NSDAP-Mitglieder erst nach dem Krieg von den Grausamkeiten des Holocausts erfahren hätten. Da grauste auch mir, und mir fielen alle die Diskussionen um die Vergangenheitsbewältigung der 60-er Jahre ein, und ich dachte: War denn alles umsonst, was wir mit der Generation unserer Eltern streitig ausgetragen haben? Die Teenager von heute haben ja keine Eltern mehr, die die Nazizeit miterlebt haben.

Einige Zeit später durfte ich über eine Veranstaltung berichten, bei der es um den Erhalt des Reichsparteitagsgeländes ging. Wo die Nationalsozialisten sich äußerst medienwirksam inszenierten, wo das NS-Blutschutzgesetz vor Zuschauermassen verlesen und von ihnen begeistert gefeiert wurde, lässt sich auch anhand authentischer Filmdokumente im Nachhinein erleben, was NSDAP-Mitglieder nicht nur wussten, sondern lautstark begrüßten.

Offensichtlich wird immer noch nicht hinreichend oder immer noch mit den vor 50 Jahren gängigen Entschuldigungen über die NS-Zeit diskutiert. Da tut es gut, geschichtsbewusste Stadtoberhäupter und vertrauenswürdige Historiker zu hören, die über die Erhaltung des Geländes konstruktiv sprechen. Es zählt immerhin jährlich eine Viertelmillion Besucher. Und es beschämt ein wenig, wenn ein renommierter, englischer Historiker, dessen Großvater als Jude vertrieben wurde, Deutschland wegen des Umgangs mit dieser Geschichte als einzigartig in der Welt darstellt – und das als Lob verstanden wissen will. Den nachstehenden Beitrag habe ich für die Nürnberger Zeitung (24. März) geschrieben.

Das Land Bayern und die Stadt Nürnberg haben in Berlin Bundeshilfen für die Erhaltung des Reichsparteitagsgeländes angemahnt. Das Bewahren des monströsen Versammlungsareals der Nationalsozialisten sei nicht nur eine Nürnberger Aufgabe, sagte Finanzminister Markus Söder. „Wir sehen die Bundesregierung in der Verantwortung.“ Der CSU-Politiker wies darauf hin, dass der Erhalt des Geländes im aktuellen Koalitionsvertrag erwähnt werde. Wo die Nazis sich monströs inszenierten weiterlesen

„Waren Sie schon mal in der Türkei?“

„Aussteigen verboten“? Passt irgendwie zur derzeitigen Stimmung im Türkeitourismus. Aufgenommen an der Berliner S-Bahn-Station Messe Nord. Fotos: Rietig

Eine Lehrstunde in Pressearbeit der türkischen Regierung

Berlin, 9. März (ssl) Nur selten haben deutsche Journalisten in diesen Tagen die Möglichkeit, türkischen Regierungsmitgliedern direkt und ohne Voranmeldung Fragen zu stellen. Am Mittwoch auf der ITB Berlin 2017 war das möglich. Es trat auf: der türkische Minister fürTourismus, Nabi Avci, flankiert von einigen Hotel- und Fremdenverkehrsverbandsfunktionären. Der gemütlich aussehende ältere Herr hatte die undankbare Aufgabe, in Deutschland für Urlaub in der Türkei zu werben. „Waren Sie schon mal in der Türkei?“ weiterlesen

Wo Acker und Kiebitz zusammenpassen

Am Blühstreifen. © Foto: Rietig

Projekt „F.R.A.N.Z.“ bremst Artenschwund, ohne die Landwirtschaft auszubremsen

Berlin, 10. Januar (ssl) Einer der reichsten Männer der Welt saß am Montag zwischen den Stühlen. Es war Michael Otto, Aufsichtsratschef des gleichnamigen Konzerns, den er zu einem der größten Versandunternehmen der Welt ausgebaut hat. Er ist auch Namens- und Geldgeber einer Stiftung, die sich dem Umweltschutz verpflichtet hat. Es ging darum, Ackerkräutern und Tieren wie Kiebitz und Feldhase wieder mehr Lebensraum zu verschaffen und gleichzeitig die Landwirtschaft nicht zu sehr zu belasten. Wo Acker und Kiebitz zusammenpassen weiterlesen

Ein Forum des Anstands

Klaus Kinkels 80. Geburtstag: Für die FDP und für Europa

Berlin, 20. Dezember (ssl) Klaus Kinkel, eine Ikone der Freien Demokraten, wird 80. Dafür hat ihm die FDP am Dienstag eine Feier ausgerichtet. Sie sollte ursprünglich in der Parteizentrale in der Reinhardtstraße stattfinden; die Zahl der Gratulanten wuchs aber trotz des Zeitpunkts in den ersten Tagen des Weihnachtsurlaubs dermaßen an, dass in den Saal eines nahegelegenen Hotels umgezogen werden musste.

Und dann am Vorabend das Lkw-Massaker am Breitscheidplatz! Ein Forum des Anstands weiterlesen

Die Mobilitätsentscheidung fällt vor der Haustür

Noch immer fährt gut jeder Zweite in der Stadt mit dem eigenen Auto – Bike- und Carsharing nutzen nur wenige

Berlin, 19. Dezember (ssl) Die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel für einen einzigen Weg ist in Großstädten bereits stark ausgeprägt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Quotas, die der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Montag in Berlin vorstellte. Dabei kam aber auch heraus, dass sich die überwiegende Mehrheit der Befragten nicht an der Shared Economy beteiligt, soweit es um die Mobilität geht.

So viel Umweltfreundlichkeit wie die Nutzung dieses Flinkster-Autos ist selten bei der Mobilität der Großstädter. © Foto: Rietig

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Des Kaisers Regatta und der alte Soldat

Zeitreise mit Bildern aus uralten Alben mit Postkarten und Fotos vom Beginn des 20. Jahrhunderts, Folge 1

Berlin, 13. November (ssl) Für SchieneStraßeLuft eher ungewöhnlich, startet hiermit ein Work-in-progress-Blog. Eine Zeitreise anhand von drei uralten Postkarten- und Fotoalben, zunächst ungeordnet, mit ein wenig Datenrecherche, um das Umfeld zu erhellen. Zwei Alben brachte neulich eine entfernte Verwandte: Eines mit Fotos aus dem frühen 20. und möglicherweise auch aus dem späten 19. Jahrhundert, und eines mit Postkarten. Ich selber besitze schon seit einigen Jahrzehnten ein Postkartenalbum, ein Erbstück meines Großvaters väterlicherseits. Das habe ich nun auch wieder rausgekramt..

Welche Schicksale sich hinter den papiernen Zeitzeugen verbergen, wissen wir noch nicht. Wer auf den Fotos zu sehen ist, erschließt sich nur teilweise. Die Texte auf den Postkarten sind teilweise in Kurrentschrift verfasst. Da muss ich erst wieder lesen lernen. Des Kaisers Regatta und der alte Soldat weiterlesen

Frau Hasselfeldt und der Sexismus

Gerda Hasselfeldt beim 140-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Odelzhausen am  11.09.2016. Foto © Büro Hasselfeldt
Gerda Hasselfeldt beim 140-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Odelzhausen am 11.09.2016. Foto © Büro Hasselfeldt

Berlin, 27. September (ssl) Gerda Hasselfeldt, die Chefin der Landesgruppe Bayern der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, zeichnet ein erfrischender Mix aus Realpolitik, Bodenständigkeit und verschmitztem Humor aus. Angesichts der aktuellen Sexismus-Debatte und der Frage, wie die Unionsparteien damit umgehen, erklärte sie am Dienstag in Berlin vor Journalisten, dass solche Debatten gesamtgesellschaftlich geführt werden sollten. Sie hat damit Erfahrung. Frau Hasselfeldt und der Sexismus weiterlesen

Gediegene Langeweile zwischen Rolex und Prada

Das neue ZEITmagazinMANN lässt Kreativität vermissen 

Vorbemerkung: Elke Tonscheidt vom Blog „ohfamoos“ hat mich gebeten, das neue ZEITmagazin MANN kritisch zu würdigen. Was dabei herauskam, wurde zu erst am 19. September in ihrem Blog veröffentlicht. Nachstehend auch hier. (Wobei ich momentan nicht für mich in Anspruch nehme, mein Blog extrem kreativ zu gestalten.)

„Ich lese den ‚Playboy‘ nur wegen der guten Geschichten“ – inzwischen ein geflügeltes Wort. „Na, wenn das so ist, brauchen wir für unser Männermagazin ja keine Nacktfotos einzuplanen“, wird sich der Verlag der bekannten deutschen Wochenzeitschrift gedacht haben, als er das neue ZEITmagazin MANN konzipierte. Und er versucht es mal ohne. Aber Begeisterung will da nicht aufkommen, meint Thomas Rietig, den wir um seine Meinung gefragt haben. Gediegene Langeweile zwischen Rolex und Prada weiterlesen

Von Zwergen und Fürstinnenherzen

Mit dem Kulturzug auf einen Samstag in die Kulturhauptstadt Breslau

Viel los in Breslau, der Kulturhauptstadt Europas 2016. Alle Fotos: Rietig
Viel los in Breslau, der Kulturhauptstadt Europas 2016.                              Alle Fotos: Rietig

Berlin/Breslau, 19. Juni (ssl) Breslau ist Kulturhauptstadt Europas 2016. Und plötzlich hat es mit Berlin eine Beziehungsgeschichte (1988 war [West-] Berlin Kulturstadt Europas). Sollte es sie schon länger gegeben haben, wie zwei Buchautoren suggerieren, so ist es jedenfalls im öffentlichen Berlin nicht aufgefallen. Wie auch immer, es gibt jetzt einen Kulturzug der Deutschen Bahn, der an Wochenenden zwischen den Beziehungspunkten verkehrt und ein echter Publikumserfolg geworden ist. Tatsächlich haben Breslau und Berlin dieser Tage viel gemeinsam: Reichlich Touristen mit und ohne Rollkoffer drängen sich in den Innenstädten. Vorwiegend sind sie jung und kommen offenbar aus ganz Europa. Von Zwergen und Fürstinnenherzen weiterlesen

Letale Entnahme: Kein Mitleid mit MT 6 alias „Kurti“

Berlin, 28. April (ssl) – Ein Paradebeispiel korrekten Sprachgebrauchs hat das niedersächsische Umweltministerium bei den Presseunterrichtungen über die erfolgreiche Jagd nach einem Wolf in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Munster abgeliefert.  Der eine nennt es letale Entnahme, der andere spricht von „erschossen“. Nachstehend Wortlautauszüge aus Pressemitteilungen, Hervorhebungen von mir.

Das ist nicht Kurti, sondern ein Beispielfoto. Es zeigt einen vermutlich namenlosen Wolf in der Lüneburger Heide.  Foto: Jürgen Borris/NABU
Das ist nicht Kurti, sondern ein Beispielfoto. Es zeigt einen vermutlich namenlosen Wolf in der Lüneburger Heide. Foto: Jürgen Borris/NABU

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Die neue Macht der Patienten

Apps ermöglichen ihnen „Selbstvermessung“ und die Herrschaft über ihre Daten – Vor allem die Ärzte werden sich umstellen müssen

Berlin, 20. April (ssl) Im Gesundheitswesen taucht gerade eine neue Macht aus dem trüben Meer von Lobbyisten, Regulierung, neuen und alten Medikamenten und Krankheiten auf: der Patient. Sein schärfstes Schwert ist offenbar die App. Das ist die erste Erkenntnis eines medizinischen Laien auf der Gesundheits-IT-Messe conhIT, die seit 19. und bis 21. April in Berlin stattfindet. Verspürte der Patient bislang in der Regel eher hilfloses Ausgeliefertsein als gleiche Augenhöhe bei der Erörterung von Diagnose und Therapie, so erhält er nun vielfach Macht über seine eigenen Daten. Wer aber bessere Waffen hat, bekommt auch neue Feinde. Im Gesundheitswesen tauchen sie in Form wachsender Sicherheitsrisiken auf und erschrecken die Öffentlichkeit. Die neue Macht der Patienten weiterlesen

Zum Tod von Guido Westerwelle

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Berlin, 18. März (ssl) Guido Westerwelle ist heute im Alter von 54 Jahren an Leukämie gestorben. Ich mochte ihn, auch wenn wir uns nur kurz kannten. Zum Gedenken stelle ich hier einen Bericht von einer Reise mit ihm aus dem Jahr 2010 ein, an die ich mich gerne erinnere. Auch die Bilder wurden auf dieser Reise aufgenommen.

Von Grillfesten und Antrittsbesuchen

Quer durch Europa mit Guido Westerwelle

Wenig Andrang herrscht an diesem Morgen am militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel. Der Regierungs-Airbus startet mit Außenminister Guido Westerwelle zu einer Inseltour. England, Irland und Malta stehen auf dem Reiseplan des auf knapp 32 Stunden angesetzten Trips. Davon besteht die Hälfte aus Flugzeit quer durch Europa und Schlafen. Zum Tod von Guido Westerwelle weiterlesen

Demokratische Dividende in China bleibt aus

Nach dem Nationalen Volkskongress und vor dem Gauck-Besuch

Leben in China: Flohmarkt in Beijing. Copyright für alle Fotos: Thomas Rietig
Leben in China: Flohmarkt in Beijing. Copyright für alle Fotos: Thomas Rietig 2006-2008

Berlin, 17. März (ssl) Diesmal wird nicht über millionenschwere Investitions- und Joint-Venture-Vorhaben geredet. Diesmal geht es um die zivilgesellschaftlichen Zustände in Deutschland und China. Wenn Bundespräsident Joachim Gauck am Samstag (19. März) zu seiner China-Reise aufbricht, kommt er in ein Land, in dem von der „demokratischen Dividende“ kaum noch etwas zu spüren ist.

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Drei Lohnschreiber und ein Landesfürst

Märchenhaftes zur Frage der „Genehmigung“, „Abstimmung“ oder „Autorisierung“ von Interviews

Berlin, 09. Februar (ssl) Es waren einmal drei Lohnschreiber, die machten sich vor Jahren kurz vor dem Weihnachtsfest in ein Land im Südwesten auf, das für seine Weine und seine bodenständige Politik bekannt war. Sie wollten den Landesfürsten interviewen, der auch in der fernen Reichshauptstadt eine bedeutende Rolle spielte. Er war zu jenem Zeitpunkt gleichzeitig Vorsitzender der zweitgrößten Partei im Reich. Was ihnen dabei widerfuhr, schildert das nachfolgende Märchen. Es hat einen wahren Kern. Drei Lohnschreiber und ein Landesfürst weiterlesen

Wer wie hoch bei Verspätungen haftet

Von Pünktlichkeit und Fahrgastrechten bei Bus und Bahn

Berlin, 15. Dezember (ssl) Fernbus gegen Fernzug – gibt es da ungerechtfertigte Bevorzugung des einen oder anderen durch den Gesetzgeber bzw. den Staat als eventuellen Subventionierer? Eine Podiumsdiskussion der Allianz pro Schiene in der vergangenen Woche brachte zunächst einen Austausch der allseits bekannten Argumente von Bahn- und Busfreunden: Keine Maut für Busse, dafür aber Besteuerung von allem möglichen, Lohndumping-Verdacht bei Busfahrern und so weiter. Hier geht es aber jetzt um Fahrgastrechte, ein wichtiges Element der Reise, wo die Deutsche Bahn gerade tiefrote Pünktlichkeitszahlen im Fernverkehr schreibt.

Ob die Pünktlichkeit mit der neuen Schnellstrecke besser wird? Ein ICE-T auf und unter der neuen Saale-Elster-Talbrücke kurz vor Halle. ©Foto: Rietig
Ob die Pünktlichkeit mit der neuen Schnellstrecke besser wird? Ein ICE-T auf und unter der neuen Saale-Elster-Talbrücke kurz vor Halle. ©Foto: Rietig

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Manchmal geht bei der Bahn alles schief

Als der ICE 893 Berlin-Leipzig alle Macken auf einmal hatte

(Aktualisierte Fassung, neu: DB erstattet Teil des Ticketpreises)

Berlin, 13. November (ssl) Man kennt das ja: Mal hat der Zug Verspätung, mal verpasst man einen Anschluss. Nachstehend das minutengenaue Protokoll einer Zugfahrt von Berlin nach Leipzig am Abend des 12. November, bei dem alles auf einmal schiefging. Aus 72 Minuten wurden knapp drei Stunden. 

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Der Strom fällt immer seltener aus

Kraftwerke und Verbundnetze in Deutschland

Berlin, 12. November (ssl) Die Versorgungsqualität der Stromnetze hat sich seit 2006 deutlich verbessert. 2014 betrug die durchschnittliche Dauer der Stromunterbrechungen pro Verbraucher 12,28 Minuten. Vor neun Jahren waren es noch 21,53 Minuten. Darauf machte in Berlin der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), Eicke Weber, aufmerksam.

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Die Energiewende ist kostenneutral zu haben – wenn …

… bestimmte, aber realistische Bedingungen erfüllt sind. Neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE)

Berlin, 05. November (ssl) Die Senkung des CO2-Ausstoßes um 85 Prozent bis zum Jahr 2050 gegenüber 2013 ist kostenneutral oder gar billiger als ein Festhalten am bisherigen Mix, wenn bestimmte, allerdings realistische Rahmenbedingungen erfüllt sind. Das ist eines der Kernergebnisse einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), die Professor Hans-Martin Henning, einer der Autoren, am Mittwoch in Berlin präsentierte.

Die Kosten der Energiewende. "Ref." = Referenzszenario "weiter so wie 2013". ©Fraunhofer ISE
Die Kosten der Energiewende. „Ref.“ = Referenzszenario „weiter so wie 2013“. ©Fraunhofer ISE

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Anprobe am Postschalter

Canada Post eröffnet erste Selbstbedienungsfiliale mit Umkleidekabine

Panoramafoto der Zukunftsfiliale der Canada Post. Foto: Canada Post
Panoramafoto der Zukunftsfiliale der Canada Post. Foto: Canada Post

Berlin/Toronto, 30. Oktober (ssl) Im Radio wirbt ein Online-Shop mit der Behauptung, jeder zweite Mann habe schon mal heimlich im Kaufhaus in die Damen-Umkleidekabinen geguckt, und seitdem trügen shoppende Damen nur noch abschreckende Unterwäsche. Oder sie kauften ihre Klamotten eben online, wo sie sie in Ruhe und unbeobachtet anprobieren könntenGlücklicherweise macht die staatliche Canada Post diesen Werbespot gerade obsolet. Anprobe am Postschalter weiterlesen

Vernetzung, Sicherheit und E-Mobilität sind die großen Themen

Interview mit VDA-Präsident Wissmann für die VDI-Nachrichten 

Berlin/Frankfurt, 12. September (ssl) Alternative Antriebe und das vernetzte, automatisierte Auto sind die großen Themen der 66. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Pkw in Frankfurt am Main vom 17.-27. September. Aber auch die internationalen Märkte bewegen sich, und manche von ihnen machen der deutschen Industrie Sorgen. Wir fragten den Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, für die VDI-Nachrichten nach Gegenwart und Zukunft des wichtigsten Zweiges der deutschen Industrie.

Ein elektrischer Mercedes SLS. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat zur Ankurbelung der E-Autos die Forderung aufgestellt: "Macht sie sexy." Dieser ist es.
Ein elektrischer Mercedes SLS. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat zur Ankurbelung der E-Autos die Forderung aufgestellt: „Macht sie sexy.“ Dieser ist es.

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IFA 2015 – Ein Hauch von Retro in der vernetzten Küche

Rollei Digital Camera
Ein Hauch von Retro. Hier auf dem Stand von Schaublorenz. 

Berlin, 8. September (ssl) AEG, Grundig, Bauknecht, Metz – als hätte es nie Probleme gegeben, präsentieren sich deutsche Traditionsmarken auf der IFA 2015. Ihre Messepräsenz nimmt jeweils gut 3.000 Quadratmeter und mehr ein. Wer genauer hinschaut, merkt, dass nichts mehr so ist wie früher. Und alle gehören zu großen internationalen Konzernen, die mit ihren umsatzstärkeren Original-Marken der weißen Ware hier nicht Fuß gefasst haben. Deshalb betonen sie gerne das Traditionelle an ihrer Marke. Jede der genannten hat mindestens eine Insolvenz durchlaufen. Von Metz einmal abgesehen, stellt keine von ihnen wesentliche Teile seines Angebots in Deutschland her.  IFA 2015 – Ein Hauch von Retro in der vernetzten Küche weiterlesen

Von überfüllten Talenten und Old-School-Abteilen

Bahn fahren kann so spannend sein

Berlin/Hamburg, 11. August (ssl) Berlin Hauptbahnhof, 10. August, 17.00 Uhr. Feierabend. Mit dem Fahrrad will ich zum Bahnhof Wannsee mit der Bahn fahren. Der Fahrplan bietet bis 17.17 Uhr zwei S-Bahnen an, dazu kommt um 17.11 Uhr der RE1 Richtung Magdeburg und um 17.15 Uhr der RE7 Richtung Dessau. Die Entscheidung fällt für den RE1, weil der am schnellsten in Wannsee ist und weil er (Ferienzeit) wahrscheinlich nicht besonders voll ist. Draußen sind 35 Grad. Im Schatten. Bei einer Abfahrt nach 17.20 Uhr wird es knapp, um die Fähre in Wannsee um 18.00 Uhr noch zu erreichen. Nettofahrzeit laut Fahrplan mit der S-Bahn ca. 26 Minuten, mit dem Regionalexpress ca. 16 Minuten. Von überfüllten Talenten und Old-School-Abteilen weiterlesen

Mehr Elektroautos in China als in Deutschland

Statistiken und Beobachtungen zum chinesischen Automarkt – „In Beijing ist Radfahren total angesagt“

Autoverkehr in Souzhou. Foto: Matias Rietig
Autoverkehr in Souzhou. Foto: Matias Rietig

Berlin, Anfang Juli (ssl) Der Automarkt in China zeigt derzeit einige interessante Entwicklungen, die vielleicht Hinweise für eine künftige Straßenverkehrspolitik in Deutschland geben können, auch wenn das wenigste direkt übertragbar scheint. Die erste Entwicklung: In China gibt es inzwischen mehr new energy vehiclesals in Deutschland. Das teilten Fachleute am 2. Juli am Rande der Halbjahres-Pressekonferenz des Verbandes deutscher Automobilhersteller (VDA) mit. Danach hat der Bestand an Elektromobilen innerhalb eines Jahres um 550 (fünfhundertfünfzig) Prozent zugenommen und liegt jetzt bei rund 36.000. In Deutschland sind es ein paar tausend weniger, und die höchste Steigerungsrate hierzulande betrug in etwa 100 Prozent, also eine Verdoppelung. Nur wenn die beibehalten würde, und danach sieht es zumindest 2015 nicht aus, wäre das Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge bis 2020 mit rund 800.000 im weitesten Sinn erreicht. Mehr Elektroautos in China als in Deutschland weiterlesen

Elektromobilität: Hilfe von unerwarteter Seite

China sorgt mit Restriktionen für Verbrennungsmotoren für Bedarf – Zetsche: Eine Million E-Autos 2020 „völlig unrealistisch“

Berlin, 4. Mai (ssl) Dieter Zetsche hatte kurz überlegt, ob er auf dem eMobility Summit des „Tagesspiegels“ dieselbe Rede halten soll wie schon vor zwei Jahren. „Es ist ein bisschen hier wie beim Dinner for One“, kokettierte der Daimler-Chef mit dem versammelten Who is Who der Elektromobilität, „same procedure as every year?“ Wir wissen nicht mehr genau, was er vor zwei Jahren sagte, aber diesmal redete er Klartext. „Das Ziel (der Bundesregierung), 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, ist unter den augenblicklichen Rahmenbedingungen völlig unrealistisch.“ Es fehlen nämlich noch etwa 970.000 Autos.

Umweltfreundliche (vorn) und weniger umweltfreundliche Dienstwagen.
Umweltfreundliche (vorn) und weniger umweltfreundliche Dienstwagen.

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Die Rolle des Piloten im Internet der Dinge

Gedanken nach dem Absturz des Germanwings-Airbus

Berlin, 25. März (ssl) Der Absturz des GermanwingsAirbus in Südfrankreich gibt noch viele Rätsel auf. Gerade wegen der dramatischen Auswirkungen gibt er Anlass, über die Rolle der Menschen nachzudenken, die sich in ihrer täglichen Arbeit im Luftverkehr mit dem „Internet der Dinge“ auseinanderzusetzen haben. Was wir heute unter diesem Schlagwort verstehen und als innovativ und revolutionär wahrnehmen, ist in manchen Bereichen des Luftverkehrs schon seit geraumer Zeit Routine. Es beeinflusst den Berufsalltag des Piloten immer stärker.

Ein Airbus A319 der Lufthansa-Tochter German Wings. ©Germanwings
Ein Airbus A319 der Lufthansa-Tochter German Wings. ©Germanwings

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Staatssekretär wettet: In 20 Jahren fährt kein Stadtbus mehr mit Diesel

Bei Vorstellung einer induktiven Ladestation für Berliner Modellprojekt

Berlin,  18. März (ssl) Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba hat am Mittwoch in Berlin eine Wette riskiert: „In 20 Jahren werden wir im öffentlichen Personnennahverkehr ganz klar elektrisch fahren.“ Bei der Vorstellung einer induktiven Ladestation für ein Stadtbus-Modellprojekt in Berlin, präzisierte der 51-jährige, kein Stadtbus werde in 20 Jahren mehr mit Diesel fahren. „Da wette ich.“

So funktioniert die Ladestation des Berliner Elektrobusses. Grafik: Bombardier
So funktioniert die Ladestation des Berliner Elektrobusses. Grafik: Bombardier

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Grüner Minister gibt Wolf zum Abschuss frei

„Maßnahmen zur Vergrämung oder Entnahme“ genehmigt

Ein Wolf in der Lüneburger Heide.  Foto: Jürgen Borris/NABU
Ein Wolf in der Lüneburger Heide. Foto: Jürgen Borris/NABU

Hannover, 2. März (ssl) Das niedersächsische Umweltministerium hat den Wolf von Wildeshausen zum Abschuss freigegeben. Das Tier hat in den letzten Tagen in dem Ort bei Vechta für Aufregung gesorgt, indem es offensichtlich einige Schafe riss und durch Wohngebiete streifte. Das hatte nicht nur eine Landtagsdebatte zur Folge, sondern befeuerte auch über die Frage des Umgangs mit Wölfen eine bundesweite Debatte, die noch andauert.

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Seefracht über den Pazifik kam kaum noch „just in time“

Monatelanger Arbeitskampf lähmte Häfen der US-Westküste (aktualisiert: Deal erreicht, Dockworker gehen wieder an die Arbeit) 

Berlin, 17. Februar (ssl) Die Pünktlichkeit der weltweiten Seetransporte hat in den letzten Monaten merklich nachgelassen. Ursache dafür ist unter anderem ein Arbeitskampf zwischen Hafenarbeitern und Hafenbetreibern an der US-Westküste, der seit vergangenem Mai für Staus von Containerschiffen sorgt. Unter der Vermittlung von US-Arbeitsminister Perez kam nun eine Einigung zustande. 

Schlechte Zeiten für Containerschiffe im Hafen von Los Angeles. ©Port of Los Angeles
Schlechte Zeiten für Containerschiffe im Hafen von Los Angeles. ©Port of Los Angeles

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Der Abgeordnete, der nicht genannt werden wollte

Skurriles Demokratieverständnis eines Republikaners im US-Staat Maryland

Berlin, 6. Januar (ssl) „Ich verbiete Ihnen, meinen Namen ohne Genehmigung in Ihrer Zeitung zu benutzen.“ Mit dieser Drohung will Kirby Delauter, ein Mitglied des Bezirksrats von Frederick County im US-Bundesstaat Maryland die Journalisten des Lokalblattes Frederick News Post einschüchtern. Sollte sein Name noch einmal unautorisiert erwähnt werden, droht der gewählte Abgeordnete der Republikaner, so werde er seinen Anwalt einschalten. Daraus entwickelt sich ein auch hierzulande lesenswertes Lehrstück über Pressefreiheit mit humoresken Zügen.

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Wieviel Handy braucht mein Kind?

Berlin, 11. Dezember (ssl) Der Gebrauch von Smartphones wird unser Leben wahrscheinlich in größerer Weise umkrempeln als wir bisher ahnen. Manche von uns machen sich Gedanken, wie diese Erkenntnis in Erziehung umgesetzt werden kann. Zu ihnen gehört Christoph Lanz, Journalist und Medienberater. Er wirft im Interview mit Elke Tonscheidt für das Blog „ohfamoos“ einen unverstellten Blick auf die kleinen Monitore, aber auch auf die kleinen und großen Mitbürger. „Wenn Eltern das Handy an der Hand festgewachsen zu sein scheint, können sie schwerlich erwarten, dass die Kinder akzeptieren, wenn ihnen Grenzen gesetzt werden sollen.“ Weil die einschlägigen Vorurteile der Nerds und der kommunikativ Konservativen hier schön relativiert werden, wollen wir es auch unseren Lesern nicht vorenthalten.

Teenager und Handys. Illustration: Ela Mergels
Teenager und Handys. Illustration: Ela Mergels

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Die im Dunkeln

„Und man siehet die im Lichte /  Die im Dunkeln sieht man nicht.“ (Bertolt Brecht, „Dreigroschenoper„, 1930)

© Thomas Rietig
Das Foto entstand mit Genehmigung der abgebildeten Personen. © Thomas Rietig

Aber sie haben auch einen eigenen Weihnachtsbaum, unter der ICE- und S-Bahn-Trasse am Bahnhof Zoologischer Garten, 300 Meter vom Waldorf Astoria Hotel (Eigenwerbung: „This is true luxury“) entfernt. Der Baum hat keine Nadeln, geschweige denn Blätter, aber ein paar bunte Kugeln. Und ein Weihnachtsmann hangelt sich dran hoch.  Es werden übrigens – zumindest gefühlt – immer mehr „im Dunkeln“, nicht nur am Zoo, auch im Tiergarten, am Bahnhof Friedrichstraße und anderswo.  So werden die wohnungsbesitzenden bzw. -innehabenden Berliner- wenn sie es denn sehen – ab und zu daran erinnert, wie gut es ihnen geht. Fördert auch die Spendenbereitschaft.

Zum Weiterlesen ein aktueller Artikel aus euractiv.de hier: Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wächst, sagt die OECD.

Nachtlager neben Müllcontainern unter dem S-Bahn-Bogen. In der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße. Foto: Thomas Rietig
Nachtlager neben Müllcontainern unter dem S-Bahn-Bogen. In der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße. Foto: Thomas Rietig

Ein langer Weg bis zur Million E-Autos

Fortschrittsbericht 2014: Leitanbieter ja; aber um Leitmarkt zu werden, bedarf es weiterer Förderung

Zahl der E-Autos und Ladestationen in ausgewählten Ländern. Foto: Fortschrittsbericht Elektromobilität 2014 (der Norwegen und Schweden auf der Karte verwechselt hat, die Zahlen gelten für Norwegen)
Zahl der E-Autos und Ladestationen in ausgewählten Ländern. Grafik: Fortschrittsbericht Elektromobilität 2014 (der Norwegen und Schweden auf der Karte verwechselt hat, die Zahlen gelten für Norwegen)

Berlin, 02. Dezember (ssl) Um zum internationalen Vorreiter bei der Elektromobilität zu werden, muss der Staat den Autokauf fördern. Das geht aus dem am Dienstag (2. Dezember) in Berlin veröffentlichten Fortschrittsbericht 2014 der Nationalen Plattform Elektromobilität hervor. Der Bericht, den Wirtschaft, Wissenschaft. Politik und Verbände erarbeitet haben, wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ressortchefs von vier Ministerien (Verkehr, Wirtschaft, Umwelt und Forschung) im Kanzleramt überreicht. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, regte eine Sonderabschreibung von 50 Prozent des Kaufpreises eines Elektromobils im ersten Jahr an, um die Anschaffung besonders in Firmenflotten zu beschleunigen. Ein langer Weg bis zur Million E-Autos weiterlesen

Raumschiff Orion fliegt zum Mond – in echt

So sieht die Orion-Kapsel mit dem Service-Modul aus. Foto: Airbus Defence and Space
So sieht die Orion-Kapsel mit dem Service-Modul aus. Foto: Airbus Defence and Space

Berlin, 17. November (ssl) Das Raumschiff Orion fliegt bald wieder. Ziel ist der Mond. Der erste Testflug des „Orion“-Weltraumprogramms der NASA um den Erdtrabanten herum und zurück ist für 2017/18 angesetzt – zunächst unbemannt. Und europäische Technik ist bei dem Programm dabei. Das Servicemodul der Raumkapsel wird von Airbus Defence and Space gebaut. Die europäische Weltraumorganisation ESAund Airbus unterzeichneten am Montag in Berlin den Vertrag dafür. Der Leiter der ESA für bemannte Raumfahrt, Astronaut Thomas Reiter, äußerte bei der Vertragsunterzeichnung die Hoffnung, auch einmal einen europäischen Astronauten an Bord der „Orion“ zu sehen.

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Wie Busse die Teilung Berlins beendeten

Von Jürgen Voges

Berlin, 6. November (ssl) An Großereignissen wirken neben den bekannten Regisseuren stets viele namenlose Akteure mit, die in den Geschichtsbüchern kaum Erwähnung finden. Vor 25 Jahren beim Fall der Berliner Mauer waren es vor allem Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe in Ost und West, die mit Improvisationstalent und vielen Überstunden dafür sorgten, dass die wieder offene Grenze tatsächlich für die andrängenden Menschenmassen auch passierbar blieb. Ohne ihr Engagement und ihre berufliche Disziplin hätten anstelle der Mauer bald Verkehrschaos und Dauerstau den Osten wieder vom Westen abgeschnitten. Diesen Mitarbeitern der BVB im Osten und der BVG im Westen verhilft das Buch von Thomas Rietig „Mit Bus und Bahn durch die Mauer“ zu ihrem Recht.

Netzkarte der BVB (Ost) 1959. Man beachte die feine Differenzierung zwischen "West-Berlin" und "Demokratischem Berlin". Plan: BVG-Archiv
Netzkarte der BVB (Ost) 1959. Man beachte die feine Differenzierung zwischen „West-Berlin“ und „Demokratischem Berlin“. Plan: BVG-Archiv

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Ein Streik zur Wahrung der Grundrechte?

Gedanken über die Angemessenheit des Ausstandes der GDL – Es trifft die Falschen

Spektakuläre Hochwasserfolge 2013: Die Bahn- Schnellstrecke Berlin-Hannover war wegen des Elbehochwassers für Monate gesperrt. Foto DB AG
Nein, das war nicht die GDL . Diese Knüppel hat das Hochwasser 2013 auf die Schienen geworfen. Foto DB AG

Berlin, 04. November (ssl) Fast 100 Stunden bestreikt die GDL die Bahn: Betroffen sind vor allem die Fahrgäste, die allgemeine wirtschaftliche Versorgung und die Deutsche Bahn. Verglichen damit ein ganz kleines bisschen betroffen sind möglicherweise auch jene Bahnmitarbeiter, die Mitglied der Konkurrenzgewerkschaft EVG sind, weil ihnen mangels Arbeit Zuschläge und Zulagen entgehen.

Die GDL fühlt sich laut eigenen Aussagen als Wahrer der grundgesetzlich garantierten Koalitionsfreiheit. „Dieses Grundrecht ist in Gefahr“, zitiert „Spiegel online“ am Dienstag den Gewerkschaftschef Claus Weselsky. Aber muss man dafür einen einsamen Rekordstreik starten? Ein Streik zur Wahrung der Grundrechte? weiterlesen

Zu viele Vorhängeschlösser vor den WLANs

Nur 15.000 in Deutschland wirklich „frei“ zugänglich – Internetverband will völlige Haftungsfreistellung – Heutige Rechtslage „Rumgeeier“

Momentaufnahme aus Berlin: Viele WLANs, aber de facto gar keins völlig frei zugänglich. Foto: Rietig
Momentaufnahme aus Berlin: Viele WLANs, aber de facto gar keins völlig frei zugänglich. Foto: Rietig

Berlin, 4. November (ssl) Beim freien WLAN-Zugang bleibt Deutschland im internationalen Vergleich deutlich hinter anderen Industrieländern zurück. Das beklagte der Verband der deutschen Internetwirtschaft „eco“ am Dienstag bei der Vorstellung einer Studie über die Verfügbarkeit von Hotspots. Danach gibt es hierzulande zwar mehr als eine Million öffentlicher Zugangspunkte für die Nutzer von WLAN-fähigen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Notebooks, aber nur rund 15.000 davon sind wirklich frei zugänglich, also ohne Registrierung und kostenlos. Als Ursache für die bei den anderen eingesetzten Zugangs-Einschränkungen machte „eco“ Rechtsunsicherheit für Provider aus. Er forderte klare Gesetze, die die Provider von der zivilrechtlichen (Mit-)Haftung für eventuelle Rechtsverstöße der Nutzer freistellen. Zu viele Vorhängeschlösser vor den WLANs weiterlesen

Eine Mauer ohne Dauer im S-Bahnhof

Ben Wagins Installation steht nahe der Mauer-Gedenkstätte – S-Bahn legt Mauerfall-Wochenendticket auf

Aktionskünstler Ben Wagin (2.v.rechts) erklärt Besuchern seine Installation. Im Hintergrund der Berliner Bausenator und designierte Regierende Bürgermeister Michael Müller (Mitte). Foto: Rietig
Aktionskünstler Ben Wagin (2.v.rechts) erklärt Besuchern seine Installation. Im Hintergrund der Berliner Bausenator und designierte Regierende Bürgermeister Michael Müller (Mitte). Foto: Rietig

Berlin, 23. Oktober (ssl) Eine Berliner Mauer aus Aktenordnern, zerschnittenen Arbeitskitteln, CDs und skelettierten Menschen, die durch Mauerzinnen schauen – so sieht die Installation „Mauer – keine Dauer“ des Aktionskünstlers Ben Wagin aus, die seit Donnerstag, 23. Oktober im Berliner S-Bahnhof Nordbahnhof gezeigt wird. Sie wird damit aus Anlass des 25. Jubiläums des Mauerfalls Teil der Dokumentation über die „Geisterbahnhöfe“ in der Schalterhalle des Bahnhofs. Von 1961 bis 1989 war der Nordbahnhof eine von vielen unterirdischen U- und S-Bahn-Stationen, durch die Züge von West-Berlin unter Ost-Berlin hindurch wieder nach West-Berlin ohne Halt durchfuhren. Eine Mauer ohne Dauer im S-Bahnhof weiterlesen

Die Metamorphose der Hybridlokomotive

Hybrid-Lok von Alstom für VW trug vorübergehend den DB-Keks

Berlin, 27. September (ssl) Die Alstom H3, eine neuentwickelte Hybridlokomotive für Diesel- und Batteriebetrieb, war eines der Highlights auf der diesjährigen Innotrans. Klar, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und der Vorstandschef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, es sich nicht nehmen ließen, bei ihrem Rundgang über die weltgrößte Messe für Schienenverkehr in Berlin zusammen die Hüllen um das schöne Stück fallen zu lassen. Was zunächst wegen des DB-Logos am Führerstand kaum jemandem auffiel: Es war keine Lok für die Deutsche Bahn, sondern eine für die Volkswagen AG. Deren Logo kam dann erst später drauf. Die DB hat aber auch welche bestellt.

Die Hüllen fallen. Verkehrsminister Dobrindt und Bahnchef Grube vor der Volkswagen-Lok.
Die Hüllen fallen. Die Hybridlok H3 von Alstom wird mit DB-Keks feierlich enthüllt..

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Der Starkregen hat einen Namen: „Tief Mitteleuropa“

Berlin, 15. November (ssl) Die Neigung zu Extremwetterlagen wie Starkregen oder heftigen Gewitterstürmen in Mitteleuropa steigt. Ursache dafür ist ein Tief, das sich immer öfter genau über Mitteleuropa, also auch über Deutschland, einnistet. Die Forscher haben es daher „Tief Mitteleuropa“ genannt. Das ist das Ergebnis einer Art Bilanz des Sommers 2014, die das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) am Montag in Berlin zog. Ob „Tief Mitteleuropa“ eine Folge des Klimawandels ist, können sie allerdings noch nicht belegen.

Spektakuläre Hochwasserfolge 2013: Die Bahn- Schnellstrecke Berlin-Hannover war wegen des Elbehochwassers für Monate gesperrt. Foto DB AG
Spektakuläre Hochwasserfolge 2013: Die Bahn- Schnellstrecke Berlin-Hannover war wegen des Elbehochwassers für Monate gesperrt. Foto DB AG

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Fernbusse jagen der Bahn Umsatz und Fahrgäste ab

Berlin, 24. Juli (ssl) Die immer weiter expandierenden Fernbus-Unternehmen kosten die Deutsche Bahn Fahrgäste und Umsatz. Der Fernverkehr auf der Schiene ging nach Angaben des Vorstandschefs Rüdiger Grube im ersten Halbjahr 2014 um 2,8 Prozent zurück. Finanzvorstand Richard Lutz führte das bei der Halbjahrespressekonferenz am Donnerstag in Berlin auf den Wettbewerb mit dem Fernbus zurück. Fernbusse jagen der Bahn Umsatz und Fahrgäste ab weiterlesen

14 Milliarden zur „Verbindung zweier Rapsfelder“

NABU bezieht Position gegen Feste Fehmarnbeltquerung (Elbtunnel-Vergleich im sechsten Absatz berichtigt: 150.000 Fahrzeuge täglich, nicht 15.000)

Ein ICE aus Kopenhagen verlässt das Fährschiff im Hafen von Puttgarden.
Ein ICE aus Kopenhagen verlässt das Fährschiff im Hafen von Puttgarden.

Berlin, 03. Juli (ssl) Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat seine Einwendungen gegen die Feste Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark eingereicht. Er hält den geplanten Tunnel für überflüssig, für zu teuer, für juristisch fragwürdig und ökologisch bedenklich. Nach Angaben der Betreiber soll die Straßen- und Eisenbahnverbindung alles in allem 6,5 Milliarden Euro einschließlich der Anbindung auf deutscher Seite kosten, nach Angaben des NABU könnten am Ende 14 Milliarden auf der Rechnung stehen. 14 Milliarden zur „Verbindung zweier Rapsfelder“ weiterlesen

Mehr Radfahrer – weniger Verkehrsunfälle

Denver/Mehlmeisel, 24. Juni (ssl) Wahrscheinlich kann ein höherer Anteil von Radfahrern am Straßenverkehr die Zahl der Unfälle aller Verkehrsteilnehmer merklich senken. Das legt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität Colorado (CU Denver) nahe. Ursache ist vermutlich ein allgemein erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht der Autofahrer an Kreuzungen, an denen sie Fahrradverkehr vermuten.  Mehr Radfahrer – weniger Verkehrsunfälle weiterlesen

Spielzeug – Kulturgut und Wertanlage

 

Ein Freund hat ein old-fashioned start-up gegründet: Roland Gaugele versteigert altes Spielzeug. Bis der traditionsreiche Spielzeughersteller Märklin insolvent wurde, war er Pressesprecher des Göppinger Unternehmens. Jetzt ist er mit einem Partner Teilhaber eines Auktionshauses für altes Spielzeug – unter anderem von Märklin -, aber nicht für das aktuelle, sondern für Spielzeug aus der Vorkriegszeit. Es darf auch gerne die Zeit vor dem ersten Weltkrieg sein. Die letzte Versteigerung war am 25. Januar, die nächste ist auf den 15./16. August angesetzt. Ein Teil des Kataloges ist schon online: http://www.auktion-hohenstaufen.de/

Nachstehend beschreibt er seine Philosophie in einem Gastbeitrag für Schiene Straße Luft. Hat ja indirekt auch was mit Schienen-, Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr zu tun.

Von Roland Gaugele

Spielen ist mehr als ein menschliches Bedürfnis. Der Mensch entwickelt in den ersten Lebensjahren spielend seine Fähigkeiten. Im Spiel erfährt er zunächst die Notwendigkeiten des Lebens und findet später Abwechslung, Entspannung und Raum für Kreativität. Friedrich Schiller hat den Stellenwert des Spiels im Leben erkannt. Er schreibt in seinen „Briefen zur ästhetischen Erziehung des Menschen“: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Spielzeug – Kulturgut und Wertanlage weiterlesen

Harald Schmidt und die Spontanheilung durchs Autoradio

Deutsche Bahn Stiftung unterstützt Depressionshilfe „in der Größenordnung von Millionenbeträgen“

Berlin, 29 April (ssl) Harald Schmidt hat schon einmal mit Rüdiger Grube zusammen Musik gemacht. Vielleicht war es dieses Treffen eines bekennenden Bahn-Vielfahrers mit dem Bahnchef, das jetzt dazu führte, dass die Deutsche Bahn Stiftung die Deutsche Depressionshilfe „in der Größenordnung von Millionenbeträgen“ (Grube) unterstützt. Der Entertainer Schmidt ist nämlich der Schirmherr der Stiftung Depressionshilfe. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, für die Bekämpfung einer Volkskrankheit zu werben, die vielfach tabuisiert wird oder sich hinter dem Modebegriff „Burnout“ versteckt. Auch die lange Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz bewirkt, dass die Krankheit zu lange unbehandelt bleibt. Das kann mit einem Suizid enden.
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Gemütlich mit dem Kurswagen auf die Insel

Bahn bietet umsteigefreie Verbindungen zur Fähre nach Föhr und Amrum an

Berlin, 16. April (ssl) Der Hafen von Dagebüll am schleswig-holsteinischen Wattenmeer  besteht praktisch nur aus dem Anleger der Fähren zu den Inseln Föhr und Amrum. Er ist mit dem Zug direkt erreichbar, selbst aus entfernten Regionen wie Berlin, Köln oder Stuttgart. Denn seit dem 12. April und bis zum 26. Oktober bietet die Deutsche Bahn wieder Kurswagen aus dem Binnenland nach Dagebüll Mole an.

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Bahn und (Watten-) Meer. Auf der Mole von Dagebüll.

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Wirtschaftsinstitut errechnet 120 Milliarden Investitionsbedarf

Umfrage des IW – 64 Prozent der Unternehmen fühlen sich durch Mängel an der Straßen-Infrastruktur beeinträchtigt – Hüther plädiert für Betreibergesellschaft – Schiene und Wasserstraße spielen keine nennenswerte Rolle

IWKoelnBerlin, 17. Februar (ssl) Knapp zwei Drittel der deutschen Unternehmen fühlen sich durch Mängel im Straßennetz in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Das ergab eine Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Allein in Straßen-, Energie- und Kommunikationsnetze müssten in den kommenden zehn Jahren je 40 Milliarden investiert werden, um international weiter mithalten zu können, erklärte Institutsdirektor Michael Hüther, der die Umfrage am Montag in Berlin vorstellte. Wirtschaftsinstitut errechnet 120 Milliarden Investitionsbedarf weiterlesen

Undichte Gasleitung legt Berliner Ost-West-Achse der Bahn lahm

Zugverkehr auf der Stadtbahn für Stunden gestoppt – Viele S-Bahnen, Regionalzüge und ICE-Linien betroffen (Aktualisiert im ersten Absatz: Sperrung wieder aufgehoben)

Berlin, 10. Februar (ssl) Eine undichte Gasleitung hat in Berlin den Nah- und Fernverkehr auf der Stadtbahn am Montag für Stunden zum Erliegen gebracht. Die Gefahr aus einer offenbar schadhaften Leitung in der Georgenstraße war gegen 16.30 Uhr gebannt, und die Deutsche Bahn gab die Strecke für die Züge wieder frei.

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Mauretania Chamberlin America

Chamberlin and his plane that he flew from N.Y. to Germany 1927. © Leslie Jones. Courtesy of the Boston Public Library, Leslie Jones Collection
Chamberlin and his plane that he flew from N.Y. to Germany 1927. © Leslie Jones. Courtesy of the Boston Public Library, Leslie Jones Collection

Berlin, 30. Januar (ssl) „Mauretania Chamberlin America“ – das waren die Schlagwörter, die ich eben bei Google eingab. Anlass dazu war die Lektüre des Buchs „Atlantikfieber“ von Joe Jackson. Darin geht es um die verschiedenen Versuche, den Nordatlantik Ende der 1920er Jahre mit dem Flugzeug zu überqueren. Ein paar Tage, nachdem Lindbergh es geschafft hatte, versuchten es Clarence Chamberlin und Charles Levine in einem Flugzeug namens Columbia. Auf dem Weg nach Osten über den Atlantik überflogen und umkreisten sie den Luxusliner Mauretania, seinerzeit das schnellste Linienschiff der Welt, der in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Mauretania Chamberlin America weiterlesen

Bahn gibt Berufseinsteigern seit zehn Jahren zweite Chance

Bis jetzt 4.000 „Chance plus“-Teilnehmer – Erfolgsquote von 75 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt

Berlin, 27. Januar (ssl) Rund 4.000 junge Leute haben seit 2004 das Berufsvorbereitungsprogramm „Chance plus“ der Deutschen Bahn durchlaufen. Mit einer Erfolgsquote von 75 Prozent liegt der Staatskonzern deutlich über dem Bundesdurchschnitt der Berufseinstiegsprogramme von zwei Dritteln, wie DB-Personalvorstand Ulrich Weber und Raimund Becker von der Bundesagentur für Arbeit am Montag in Berlin berichteten. Weber erklärte zum zehnjährigen Jubiläum von „Chance plus“, die Bahn werde das Programm auf jeden Fall fortführen. Es sei „unverändert aktuell und zeitgemäß“. Bahn gibt Berufseinsteigern seit zehn Jahren zweite Chance weiterlesen

„Wir fahren Tierschutz“ – Auf den Arm genommen?

Ökologiestudentinnen auf der Grünen Woche

Ein Blumenstrauß und ein Präsentkorb für Ökologiestudentin Lisa Giese. Sie war in diesem Jahr die 200.000. Besucherin der Grünen Woche. Foto: Messe Berlin GmbH / Tom Maelsa
Ein Blumenstrauß und ein Präsentkorb für Ökologiestudentin Lisa Giese (2.v.links). Sie war in diesem Jahr die 200.000. Besucherin der Grünen Woche. Foto: Messe Berlin GmbH / Tom Maelsa

Es passte fast zu gut: Die 200.000. Besucherin der Grünen Woche in Berlin, die wir am Mittwoch küren konnten, studiert Ökologie, Evolution und Naturschutz in Potsdam. Lisa Giese kam mit ihrer Kommilitonin Stephanie Winter und erklärte freundlich und ernsthaft auf die Frage, ob sie gekommen seien, um sich satt zu essen: „Unser Interesse liegt eher auf der informativen Ebene.“ Und so verabredeten wir uns in der Biohalle 1.2 am Stand des Präsentkorb-Sponsors – dem BÖLN (Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen Nachhaltiger Landwirtschaft) – zu einer kleinen Talkrunde. „Wir fahren Tierschutz“ – Auf den Arm genommen? weiterlesen

20.000 Fußballfelder mehr Deutschland

Die wundersame Vermehrung der „Bodenfläche insgesamt“

30,2 Prozent der Fläche der Bundesrepublik sind mit Wald bedeckt. Der Wald wird mehr - aber die Fläche der Republik nominell auch.
30,2 Prozent der Fläche der Bundesrepublik sind mit Wald bedeckt. Der Wald wird mehr – aber die Fläche der Republik nominell auch.

Berlin, 22. Januar 2014 (ssl) Die Bodenfläche der Bundesrepublik Deutschland war nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 2012 scheinbar um etwa 20.000 Fußballfelder – genau 199 Quadratkilometer – größer als 1992. Das geht aus der Destatis-Publikation „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei – Bodenfläche nach Art der tatsächlichen Nutzung“ von 2012 hervor. Wie kommt das? 20.000 Fußballfelder mehr Deutschland weiterlesen

Das Schutzbedürfnis auf der Grünen Woche

Notizen vom Politpromi-Rundgang durch die Ernährungswelt

Dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, war auf die Schnelle nicht der Name des Bauernverbands-Präsidenten Joachim Rukwied eingefallen. Also begann er (Stunde 0:20 des Rundgangs) seine als Presse-Statement gedachte Begrüßung am Freitag Morgen am Ausgang der Halle acht mit den Worten: „Lieber DBV-Mensch“. Es folgte gleich noch ein „Verhörer“, den sein Sprecher Richard Meng anschließend ausdrücklich nicht freigab, aber – gesagt ist gesagt: „Selbstverständlich haben wir gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern ein großes Schutzbedürfnis.“ Das Schutzbedürfnis auf der Grünen Woche weiterlesen

Bahnchef Grube droht mit zehnprozentiger Preiserhöhung

Falls EEG-Ausnahmeregelung abgeschafft wird

 Wer mit ihm fährt reist in der Regel CO2-frei. Der ICE 3, Baureihe 407. Foto: Siemens
Wer mit ihm fährt reist in der Regel CO2-frei. Der ICE 3, Baureihe 407. Foto: Siemens

Berlin, 15. Januar (ssl) Der Vorstandschef der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, hat mit einer etwa zehnprozentigen Erhöhung der Fahrpreise für den Fall gedroht, dass für sein Unternehmen künftig nicht mehr die Ausnahmeregelung bei der EEG-Umlage gilt. Sollte die Bahn künftig die volle Umlage zahlen müssen, so kämen „Ausgaben in Höhe von ungefähr 500 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich“ auf uns zu, sagte Grube am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrsforums (DVF) in Berlin. Das würde sich natürlich auf die Fahrpreise niederschlagen. Bahnchef Grube droht mit zehnprozentiger Preiserhöhung weiterlesen

Der Stau als politisches Racheinstrument

New York Times: Büro des Gouverneurs von New Jersey veranlasste Teilsperrung einer wichtigen Brücke, damit der Verkehr in aufmüpfiger Gemeinde zusammenbricht 

Im September brach der Verkehr in der Gemeinde Fort Lee im US-Bundesstaat New Jersey für mehrere Tage total zusammen, weil auf der George-Washington-Brücke nach New York zwei Fahrstreifen gesperrt waren. E-Mails und andere Texte, die die „New York Times“ am Donnerstag auszugsweise zitierte, legen nahe, dass es sich dabei um eine politische Vergeltungsaktion gegen den Bürgermeister der Gemeinde handelte, der sich geweigert hatte, den Gouverneur Chris Christie von New Jersey bei seiner Wiederwahl zu unterstützen. Christie selbst bestritt, von der Aktion etwas gewusst zu haben, und wies seinen Untergebenen die Verantwortung zu. Der Stau als politisches Racheinstrument weiterlesen

Todesrisiko im Auto 54 Mal höher als im Zug

Busse deutlich sicherer als Pkw – Trotz sinkender Zahl der Toten im Straßenverkehr

Das Todesrisiko beim Autofahren ist 54 Mal höher als beim Bahnfahren. Der Bus ist immerhin deutlich sicherer als der Pkw. Grafik: Allianz pro Schiene
Das Todesrisiko beim Autofahren ist 54 Mal höher als beim Bahnfahren. Der Bus ist immerhin deutlich sicherer als der Pkw. Grafik: Allianz pro Schiene

Berlin, 12. Dezember (ssl) Beim Autofahren ist das Todesrisiko 54 Mal so hoch wie bei Eisenbahnfahrten. Das geht aus einer Zusammenschau der Verkehrsopferstatistiken von 2004 bis 2012  hervor, die die Allianz pro Schiene am Donnerstag (12. Dezember) in Berlin vorstellte. Beim Verletzungsrisiko zeigt sich der Sicherheitsbonus der Bahn sogar noch deutlicher: Bezogen auf die Personenkilometer ist die Wahrscheinlichkeit, sich als Reisender zu verletzen, mit dem Auto 109 Mal größer als beim Bahnfahren.  Todesrisiko im Auto 54 Mal höher als im Zug weiterlesen

Von Königsmachern, Darlehen und Flurschäden

Alfons Hörmann wird am Samstag zum DOSB-Präsidenten gewählt – Die Suche nach einem Kandidaten sagt viel über den Zustand des deutschen Sportbundes und seiner Spitzenfunktionäre

Von Bianka Schreiber-Rietig

Berlin, 5. Dezember (ssl) Für das zweite Adventswochenende hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nach Wiesbaden zur Mitgliederversammlung eingeladen. Im Prinzip wäre das nichts Besonderes. Aber: Der bisherige Präsident Thomas Bach hat den nationalen Sportthron als eine Art Katapult für den Olymp in Lausanne genutzt, und nun muss sein Nachfolger gewählt werden. Der heißt Alfons Hörmann, ist 53 Jahre alt, Unternehmer aus dem Allgäu und bisher Präsident des Deutschen Skiverbandes. Von Königsmachern, Darlehen und Flurschäden weiterlesen

Armutsrisiko steigt trotz „Jobwunder“

Besonders zu Beginn und am Ende des Erwerbslebens – Datenreport 2013 vorgestellt

Datenreport 2013

Berlin, 26. November (ssl) Das derzeitige „Jobwunder“ ist nicht gleichzusetzen mit einem Zuwachs an Wohlstand für alle. Vielmehr sind immer mehr Menschen von Armut bedroht, das heißt, sie müssen mit weniger als 980 Euro pro Monat auskommen. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin präsentierten „Datenreport 2013“ hervor, der im Zweijahresturnus die Eckdaten zu wichtigen Lebensbereichen zusammenstellt. Armutsrisiko steigt trotz „Jobwunder“ weiterlesen

Bahnindustrie an Jobsuchende: „Wir sind sexy“

Stellenbörse „Schienenjobs“ gestartet – Bahnindustrie, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaft wollen mehr Interesse für die Branche wecken – Unter der Regie der Allianz pro Schiene

Die neue Stellenbörse für Jobs in der Bahnbranche.
Die neue Stellenbörse für Jobs in der Bahnbranche.

Berlin, 24. Oktober (ssl) Mit einer umfassenden Jobbörse will die deutsche Schienenbranche ihr Image bei Berufseinsteigern aufbessern und  neues Personal gewinnen, insbesondere für ihre absoluten Mangelberufe Lokführer und Ingenieur. Unter der Regie der Allianz pro Schiene startete am Donnerstag in Berlin das Portal schienenjobs.de .  Bahnindustrie an Jobsuchende: „Wir sind sexy“ weiterlesen

Neue Phase des Projekts Fehmarnbelt

Planfeststellungsunterlagen eingereicht – 2015 könnten die Bagger auf der Insel anrücken – Sorgen um Lärm, Tourismus und Schweinswale

Ein ICE aus Kopenhagen verlässt das Fährschiff im Hafen von Puttgarden.
Ein ICE aus Kopenhagen verlässt das Fährschiff im Hafen von Puttgarden.

Berlin, 22. Oktober 2013 (ssl) Mit der Abgabe der Planfeststellungsunterlagen für den deutschen Teil ist das Projekt der festen Fehmarnbeltquerung in eine neue Phase getreten. Verläuft das jetzt beginnende Verfahren planmäßig, könnten auf der Ostseeinsel 2015 die ersten Bagger zu graben beginnen. Zurzeit sieht die Planung vor, dass Ende 2021 die ersten Züge und Autos durch den 17,6 Kilometer langen Tunnel unter einer der meistbefahrenen natürlichen Wasserstraßen der Welt fahren.

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Kupferdiebe machten deutlich weniger Beute

Im ersten Halbjahr 47,2 Prozent weniger Buntmetall geklaut – Ursachen: Koordinierte Bekämpfung, aber auch Marktpreisverfall

Buntmetalldiebe haben im ersten Halbjahr deutlich weniger Beute gemacht als im Vergleichszeitraum 2012. Die Menge des erbeuteten Metalls ging bundesweit um 47,2 Prozent von 693 auf 365 Tonnen zurück, wie die Deutsche Bahn und die Bundespolizei am Montag in Berlin mitteilten. Als Ursache nannten sie die koordinierten Anstrengungen der Betroffenen und der Behörden. Aber auch der Marktpreis kann eine Rolle gespielt haben: Er sank in den letzten Jahren um die Hälfte von über 10.000 US-Dollar auf um die 7.000 Dollar pro Tonne. Kupferdiebe machten deutlich weniger Beute weiterlesen

Bodewig-Kommission empfiehlt grundlegende Finanzierungsreform für Verkehr

Fondsmodell findet Zuspruch – Vor Stellungnahme der Verkehrsministerkonferenz – Ausweitung der Lkw-Maut angeregt – Skepsis gegenüber Pkw-Maut

Berlin, 1. Oktober (ssl)  Das Geld für die dringend notwendigen Reparaturen der deutschen Verkehrsinfrastruktur kommt möglicherweise bald aus einem Fonds mit festgelegten Aufgaben, der den Zugriffen der Haushaltspolitiker weitgehend entzogen ist. Einen Tag vor einer Sitzung der Verkehrsministerkonferenz ist die entsprechende Empfehlung der Kommission „Nachhaltige Infrastrukturfinanzierung“ des früheren Bundesverkehrsministers Kurt Bodewig (SPD) auf großen Zuspruch bei den Interessenverbänden gestoßen.

Die Kommission stellt darüber hinaus eine Ausweitung der Lkw-Maut auch für leichte Lastwagen und auf Bundes- und Landstraßen zur Diskussion. Eine Pkw-Maut bewertet sie dagegen wegen möglicher rechtlicher Einwände der EU-Kommission zurückhaltend. Bodewig-Kommission empfiehlt grundlegende Finanzierungsreform für Verkehr weiterlesen

Hitler entging dem Elser-Attentat – weil er sich an den Bahnfahrplan hielt

Adolf Hitler entging am 8. November 1939 dem Attentat von Georg Elser im Münchener Bürgerbräukeller, weil er sich an jenem Abend genau an den Sonderfahrplan seines Führer-Sonderzuges nach Berlin hielt. Das geht aus einer Veröffentlichung des Historikers und Journalisten Ulrich Renz vom Georg-Elser-Arbeitskreises (Heidenheim) hervor. Der von Elser deponierte Sprengsatz explodierte, als der Reichskanzler bereits die Versammlung verlassen hatte. Schiene Straße Luft dokumentiert sie hier, unter anderem weil sie tiefe Einblicke in die Befindlichkeiten Hitlers zwei Monate nach dem Überfall auf Polen, aber auch in die Problematik der Rekonstruktion der Umstände dieses Attentats und nicht zuletzt über die Gepflogenheiten in der damaligen Reichsbahn gibt. Nach wie vor bleibt es für uns unfassbar, dass der Mann, der einen Weltkrieg vom Zaun brach und den Holocaust umsetzte, sich schlicht an einen Bahnfahrplan halten musste. Hitler entging dem Elser-Attentat – weil er sich an den Bahnfahrplan hielt weiterlesen

Ab 4. November fahren ICEs wieder 250 von Berlin nach Hannover

Bahn: Keine tiefer gehenden Schädigungen – Normaler Fahrplan wieder in Kraft – Auch Züge aus Amsterdam fahren wieder bis Berlin

Umleitungskarte der Deutschen Bahn für ICEs zwischen Hannover und Berlin
Umleitungskarte der Deutschen Bahn für ICEs zwischen Hannover und Berlin. Ab 4. November fahren die Züge wieder auf dem kurzen Weg, und die Fahrgäste sparen bis zu eine Stunde Fahrzeit. Karte: DB AG

Berlin, 17. September (ssl) Bald können Bahnkunden wieder schnell zwischen Berlin und Hannover mit der Bahn reisen. Nach fast fünf Monaten hochwasserbedingter Sperrung will die Deutsche Bahn ab 4. November wieder den regulären Verkehr auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin zwischen Stendal und Rathenow aufnehmen. Das kündigten die Vorstandsmitglieder Volker Kefer und Ulrich Homburg am Dienstag in Berlin an. Ab 4. November fahren ICEs wieder 250 von Berlin nach Hannover weiterlesen

Deutsche Bahn will schon 2015 mit 35 Prozent Ökostrom fahren

Nachhaltigkeitsbericht 2012 veröffentlicht – Umweltvorreiter, „weil wir die Eisenbahn sind“

Berlin, 11. September (ssl) Die Deutsche Bahn will schon 2015 und damit fünf Jahre früher als geplant den Ökostrom-Anteil am Bahnstrom auf 35 Prozent steigern. Das kündigte das Vorstandsmitglied Transport und Logistik, Karl-Friedrich Rausch, am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts 2012 der DB AG an. Rausch ist auch der Nachhaltigkeitsbeauftragte (Chief Sustainability Officer, CSO) des Konzerns. Deutsche Bahn will schon 2015 mit 35 Prozent Ökostrom fahren weiterlesen

Vorbereitungen für Evakuierungsflüge aus Ägypten

Firmen wollen ihre Mitarbeiter in Dubai oder Zypern in Sicherheit bringen

Berlin, 2. August (ssl) Angesichts möglicher Eskalation der Lage in Ägypten werden erste Vorbereitungen für die Evakuierung von Ausländern getroffen. Der Fluganbieter Air Charter Service (ACS) meldete am Freitag in Berlin, er stelle „am Flughafen Kairo ab sofort Charterflugzeuge für diejenigen bereit, die das Land schnell verlassen wollen“. Vorbereitungen für Evakuierungsflüge aus Ägypten weiterlesen

Unprätentiöse Managerin der Macht

Ralph Bollmanns Buch „Die Deutsche – Angela Merkel und wir“

Berlin, 1. August (ssl) Ein von Bewunderung und Sympathie inspiriertes und dabei doch lesenswertes Buch über Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Journalist Ralph Bollmann verfasst. Der wirtschaftspolitische Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ versucht in dem am Donnerstag vorgestellten Buch „Die Deutsche – Angela Merkel und wir“ die seit Jahren außerordentlich hohen Popularitätswerte der früher oft unterschätzten und zuweilen auch belächelten CDU-Politikerin zu erklären. Laut Bollmann steht Merkel in den Augen der Deutschen für einen nüchternen und bescheidenen Machtpragmatismus. Mit ihren protestantischen Leistungs- und Verzichtsethos spreche die CDU-Vorsitzende „eine tief sitzende Prägung der Deutschen an“. Unprätentiöse Managerin der Macht weiterlesen

Merkel will Ausspäh-Ausnahmen für Westallierte abschaffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will Ausspäh-Sonderrichtlinien für die früheren Westalliierten aus der Besatzungszeit abschaffen. Sie habe Außenminister Guido Westerwelle mit einem entsprechenden Notenwechsel mit dem US-Außenministerium beauftragt, sagte die Regierungschefin am Freitag vor der Bundespressekonferenz. Ziel des Notenwechsels solle die Aufhebung einer Verwaltungsvereinbarung zum G10-Gesetz von 1968 sein. Entsprechende Regelungen mit Frankreich und Großbritannien sollten ebenfalls für ungültig erklärt werden. Merkel will Ausspäh-Ausnahmen für Westallierte abschaffen weiterlesen

Neue Züge sind eher fit für neues Klima

Die neuen Züge der Deutsche Bahn sollen auch mit suptropischem Klima zurechtkommen. Die ICx-Züge und die die 16 zur Auslieferung anstehenden ICE-3-Züge würden mit Anlagen ausgerüstet, die für die „Klimazone 1 – Südeuropa und Nordafrika“ zertifizert seien, erklärte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg am Donnerstag in Berlin. Damit will die Bahn den derzeitigen Problemen mit Klimaanlagen vor allem in älteren IC-Waggons begegnen. Die Anlagen seien nach teils 40 Jahren Einsatz nicht nur überaltert, so dass es kaum Ersatzteile gebe. Sie seien auch so gebaut, dass sie bei Überlastung abschalteten. Diese trete bei den in den letzten Jahren häufiger vorkommenden sehr hohen Temperaturen öfter auf als vor Jahrzehnten angenommen. Die Zahl der Ausfälle von Klimaanlagen bezifferte er auf „täglich kleiner als zehn“. Auch wenn das eine sehr geringe Zahl angesichts von 1.300 Zugfahrten täglich sei, sei „jeder Ausfall einer zuviel“, räumte Homburg ein.

Mit bahn.bonus-Punkten den Bergwald fördern

 

 

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Ein Umweltprojekt im Naturpark Eifel können Teilnehmer des „bahn.bonus„-Kundenbindungsprogramms der Deutschen Bahn (DB) mit ihren gesammelten Prämienpunkten fördern. Als Anreiz hat die DB den Punktewert, ab dem eine Prämie eingelöst werden kann, von 500 auf 250 Prämienpunkte gesenkt. Pro 250 gespendeten bahn.bonus-Punkten kommen jeweils fünf Euro dem Nationalpark Eifel zugute. Die DB verspricht, die Spende am Ende des Aktionszeitraums am 31. August 2013 zu verdoppeln.

 

Das Bergwaldprojekt e. V. setzt sich seit über 20 Jahren aktiv für den Schutz und den Erhalt deutscher Waldregionen ein. Zu diesem Zweck organisiert der Verein mit freiwilligen Helfern ökologische Arbeitseinsätze im Wald, um das Ökosystem Wald zu stabilisieren und den Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu sichern. Der Wald-, Klima- und Artenschutz im Nationalpark Eifel wird bereits seit 2009 gefördert. Insgesamt beherbergt das faszinierende Mittelgebirge über 1.450 bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Bahn findet Siemens „ziemlich frech“

Empörung über Vorstoß des Elektrokonzerns, die Züge auch warten zu wollen

Berlin, 17. Juni (ssl) Die Deutsche Bahn AG ist empört über den Vorstoß des Zugherstellers Siemens, in das Instandhaltungsgeschäft von Schienenfahrzeugen in Deutschland einsteigen zu wollen. DB-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte am Montagabend in Berlin, er finde diesen Vorstoß „ziemlich frech“. Unter Anspielung auf die jahrelange Verzögerung bei der Lieferung von Schienenfahrzeugen, etwa des neuen ICE-3-Zuges Velaro D, sagte er: „Wenn die Versprechen zur Qualität der künftigen Instandhaltung der Qualität der Lieferzusagen entspricht, brauche ich das wohl nicht zu kommentieren.“ Die 16 Züge sind seit zwei Jahren überfällig; Siemens will derzeit keinen genauen Liefertermin nennen.

Siemens hatte in der vergangenen Woche unter Verweis auf die Arbeit ihrer Wartungskapazitäten in Großbritannien erklärt, die Zuverlässigkeit der Züge in Deutschland könne gesteigert werden, wenn die Bahnindustrie anstelle der Eisenbahnunternehmen die Wartung der Züge übernehme. Die von Siemens in diesem Zusammenhang genannten Verfügbarkeitsquoten von 99 Prozent bezögen sich nicht auf die Pünktlichkeit, sondern gäben lediglich einen in der täglichen Praxis nicht anwendbaren Wert „technischer Verfügbarkeit“ wieder, sagte Homburg. Er sprach von einem „Affront gegenüber den Mitarbeitern“, die Tag und Nacht mit der Wartung von Zügen in DB-Werkstätten beschäftigt seien.

Bundesregierung zurückhaltend bei Biokraftstoff

Kabinett verabschiedet Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie

Berlin, 12. Juni (ssl) Die Bundesregierung denkt zurzeit nicht an eine forcierte Nutzung von Bio-Kraftstoffen für Pkw und Lkw. „Wir nehmen die Tank-Teller-Diskussion sehr ernst“, erklärte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, in Berlin bei der Vorstellung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung. Über den E10-Superkraftstoff hinaus werde es keine weitere Beimischung von Biokraftstoff geben. Eine ursprünglich anvisierte 30-prozentige Bio-Beimischung für Lkw-Diesel solle nicht weiter verfolgt werden. Bundesregierung zurückhaltend bei Biokraftstoff weiterlesen

Merkel plädiert für „Supercredits“ bei EU-Schadstoffregelung

Besonders verbrauchsarme Fahrzeuge sollen mehrfach gewichtet werden

Berlin, 27. Mai (ssl) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nachdrücklich für „Supercredits“ bei einer EU-Regulierung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Autos plädiert. Das Wort beschreibt eine Regelung, mit der besonders verbrauchsarme Fahrzeuge beim Flottenverbrauch mehrfach gewichtet werden. Das stellt die Hersteller größerer Autos, also vor allem auch die deutschen, besser. Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) ist ein entschiedener Befürworter dieser Bewertung. Merkel plädiert für „Supercredits“ bei EU-Schadstoffregelung weiterlesen

Friedensangebot aus Arabien: Emirates offen für Lufthansa

Clark reagiert auf Öffnung der großen Allianzen (aktualisiert im 2. und 7. Absatz)

Der Airbus A380 "Berlin" der Lufthansa bei der Taufe in seiner Patenstadt vor einem Jahr. Nach Berlin möchte Emirates auch gerne fliegen.
Der Airbus A380 „Berlin“ der Lufthansa bei der Taufe in seiner Patenstadt vor einem Jahr. Nach Berlin möchte Emirates auch gerne fliegen.

Die arabische Fluggesellschaft Emirates hat überraschend Kooperationssignale in Richtung Lufthansa geschickt. Emirates-Präsident Tim Clark zeigte sich auf einer Konferenz in Dubai offen für ein „bilaterales Abkommen über eine bestimmte Zeitspanne“ mit der größten deutschen Airline. Als Gründe führte er, wie das Wirtschaftsmagazin „Arabian Business“ am Dienstag berichtete, die beginnende Öffnung der großen Allianzen im Luftverkehr an und nannte als Beispiel die seit einigen Monaten vom Emirates-Konkurrenten Etihad aktiv betriebene Zusammenarbeit mit Air France-KLM. Friedensangebot aus Arabien: Emirates offen für Lufthansa weiterlesen

Druck auf den Bund zur Abschaffung der Luftverkehrsteuer steigt (neu: Rösler)

Rösler lehnt Abschaffung ab – Bundesrat und Länderminister dagegen – Siegloch in „tiefer Sorge“ um seine Branche

Die deutsche Luftverkehrsbranche fliegt weiter durch schwere Turbulenzen. Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Klaus-Peter Siegloch, erklärte am Mittwoch beim Luftverkehrskongress des Bundesverbandes der Industrie (BDI) in Berlin, für den Sommer 2013 seien rund 3,2 Prozent weniger Flüge angemeldet als im Vorjahr. Im März habe das Minus bei den Flugbewegungen in Deutschland sogar neun Prozent betragen. Er sei in „tiefer Sorge“ um seine Branche, sagte Siegloch. Umsatzwachstum gebe es lediglich noch bei den Interkontinentalflügen. Druck auf den Bund zur Abschaffung der Luftverkehrsteuer steigt (neu: Rösler) weiterlesen

dapd stellt den Betrieb ein

Verhandlungen mit Investoren vorerst gescheitert – „Immer noch Chance auf positive Entscheidung“

Die Nachrichtenagentur dapd wird in wenigen Minuten den Betrieb einstellen. Wie sie selbst am Donnerstag Nachmittag in einer Meldung an die Kunden mitteilte, sind „mehrere Verhandlungspartner abgesprungen“, mit denen nach der zweimaligen Insolvenz versucht werden sollte, den Betrieb weiterzuführen. Bis Ende April erhalten die rund 160 verbliebenen Mitarbeiter noch Insolvenzgeld, dann droht ihnen die Arbeitslosigkeit. Als „letzter aussichtsreicher Gesprächspartner“ habe auch die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am Dienstag die Beratungen über einen Einstieg abgebrochen. Das erklärte die vorläufige Insolvenzverwalterin Petra Hilgers am Donnerstag. Weiter hieß es in der Meldung: „Damit wird die Belieferung der dapd-Kunden mit Nachrichten, Bilder, Grafik und Videos um 17.00 Uhr eingestellt.“ Gescheitert ist damit der Versuch, in Deutschland neben dpa eine zweite Nachrichtenagentur zu etablieren. Insgesamt hat es nach einer ersten Kündigungswelle 300 Menschen den Arbeitsplatz gekostet.

Schwarzfahren kostet bald bis zu 60 Euro

Schwarzfahrer müssen bald mit einer Strafe von 60 Euro statt bisher maximal 40 Euro rechnen. Das hat die Verkehrsministerkonferenz in Flensburg beschlossen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßte am Donnerstag die Entscheidung, die er schon seit längerem als überfällig angemahnt hatte. Der weitergehenden VDV-Forderung, für Wiederholungstäter eine Strafzahlung bis zu 120 Euro verlangen zu dürfen, kam die Konferenz allerdings nicht nach. Schwarzfahren kostet bald bis zu 60 Euro weiterlesen

DB Netz AG muss fremde Glasfaser am Bahndamm zulassen

Die DB Netz AG muss fremde Glasfaser am Bahndamm zulassen. Die Bundesnetzagentur verpflichtete die Tochter der Deutschen Bahn AG am Donnerstag, dem dänischen Telekommunikations-Anbieter Global Connect A/S innerhalb von drei Monaten Angebote zur Nutzung von vier norddeutschen Streckenabschnitten zu unterbreiten. Damit setzte die Bonner Behörde erstmals eine neue Bestimmung des Telekommunikationsgesetzes um. Ein Sprecher der DB Netz AG erklärte am Freitag auf Anfrage, die Bahn prüfe die Entscheidung der Bundesnetzagentur. DB Netz AG muss fremde Glasfaser am Bahndamm zulassen weiterlesen

Neue ICE-3-Züge sind gebaut – dürfen aber nicht fahren

Der ICE 3, Baureihe 407, Typ Velaro D von Siemens. Foto: Siemens
Der ICE 3, Baureihe 407, Typ Velaro D von Siemens. Foto: Siemens

Die Deutsche Bahn wartet weiter auf die Auslieferung von 16 neuen ICE-3-Zügen. Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg erklärte am Donnerstag am Rande der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bahn AG, alle Züge der Baureihe 407 seien physisch fertig, harrten aber noch der Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt. Zugleich warnte er davor, der Industrie zu sehr die Daumenschrauben anzuziehen, sonst entscheide sie sich womöglich, ihre Fahrzeuge auf dem deutschen Markt nicht mehr anzubieten. Neue ICE-3-Züge sind gebaut – dürfen aber nicht fahren weiterlesen

Etihad verleiht Air-Berlin-Bilanz Flügel

Air Berlin hat 2012 zum ersten Mal seit fünf Jahren einen Nettogewinn erzielt. Im operativen Geschäft stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von minus 270 Millionen auf plus 70 Millionen Euro. Netto blieben davon nach Angaben von Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer 6,8 Millionen Euro. Für 2013 sagte er wiederum eine schwarze Null in der Bilanz voraus. 2014 will Air Berlin wieder profitabel sein. Erkauft wird der Flug in die Profitzone neben immer engeren Bindungen an den Hauptaktionär Etihad Airways aus Abu Dhabi mit dem Abbau von 900 Stellen oder zehn Prozent der Belegschaft, der ersten Reduzierung in der Unternehmensgeschichte, wie Finanzchef Ulf Hüttmeyer bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Berlin betonte. Etihad verleiht Air-Berlin-Bilanz Flügel weiterlesen

Kritik aus der Heimat an Etihad-Werbespot

Manchen Arabern ist das Flair zu international

 

Die internationale Ausrichtung eines Werbespots hat der arabischen Fluggesellschaft Etihad am Donnerstag deutliche Kritik der heimischen Medien eingebracht. Bei einer via Livestream aus Abu Dhabi weltweit übertragenen Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Kampagne verlangten mehrere Medienvertreter mehr Ansichten von Abu Dhabi, der Basis von Etihad. Etihad sei doch eine arabische Fluggesellschaft, und davon sei nichts zu sehen, kritisierten sie. Kritik aus der Heimat an Etihad-Werbespot weiterlesen

Westermann jetzt bei „Bild“

Rolf Westermann, bis Ende November 2012 stellvertretender Chefredakteur und Opfer der Insolvenz der Nachrichtenagentur dapd, hat einen neuen Job: Er ist Ressortleiter Nachrichten bei „Bild“. Eine seiner ersten Aktivitäten nach außen war in der vergangenen Woche die Aussendung der Vorabmeldung an die Agenturen, dass es bei McDonald’s jetzt Currywurst aus der Produktion von Uli Hoeneß gibt. Bis Westermann Mitte 2012 bei dapd anfing, war er seit Oktober 2004 beim Konkurrenten dpa Landesbüroleiter Ost.

Ins Fettnäpfchen geflogen

Glückliches Neues Jahr nicht nur für Chinesen – Airline-Bündnis Star Alliance bedauert Eingrenzung der Beglückwünschten

 

Screenshot des Entschuldigungs-Postings der Star Alliance
Screenshot des Entschuldigungs-Postings der Star Alliance

Da will man mal etwas Gutes tun, und dann ist es auch wieder nicht recht. Das weltweite Airline-Bündnis Star Alliance, dem auch die Deutsche Lufthansa angehört, postete auf seiner Facebook-Seite zum Wochenende Glückwünsche an „all our Chinese fans all over the world“ für das Mondneujahrsfest. Damit hatte Star Alliance zwar immerhin mehrere Milliarden Menschen beglückt. Einige andere fühlten sich dennoch von den Glückwünschen ausgeschlossen – nämlich diejenigen unter den mehr als 91.000 Facebook-Followern, die sich nicht als Chinesen begreifen, aber trotzdem das Mondneujahrsfest feiern, etwa in Singapur. Ins Fettnäpfchen geflogen weiterlesen

Dampflokfreunde verlieren Kampf um alte Wagenhalle

Bahn will abreißen – Kein Denkmalschutz – Zugfans wollten Halle mieten (aktualisiert im 1. Absatz und am Schluss: Denkmalschutzantrag offenbar abgelehnt)

Die Geschichte klingt ein bisschen wie aus Hausbesetzerzeiten: Im Südosten Berlins standen sich am Mittwoch bei klirrender Kälte Abrissbagger und Dampflokfreunde in herzlicher Zwietracht gegenüber. Die Dampflokfreunde Berlin e.V., die mit historischen Zügen Nostalgiefahrten organisieren, wollten verhindern, dass eine 135 Jahre alte Wagenhalle neben ihrem Lokschuppen abgerissen wird. Am Abend mussten sie eine Niederlage hinnehmen: Der Landeskonservator signalisierte den Dampflokfreunden, dass der von ihnen gestellte Antrag auf Denkmalschutz für das Gebäude abgelehnt wird.

Eigentümer von Halle und Gelände ist die DB Netz AG, eine Tochter der Deutschen Bahn, die das seit Jahren weitgehend ungenutzte Grundstück in der Nähe der S-Bahn-Station Betriebsbahnhof Schöneweide mit der Halle und angrenzende Flächen vermarkten will. Die Dampflokfreunde, die das Nachbargrundstück mit einem bereits denkmalgeschützten Rundlokschuppen und anderen Gebäuden von der DB gemietet haben, wollen diese Halle aber ebenfalls mieten, um dort  historische Waggons unterzustellen. Dampflokfreunde verlieren Kampf um alte Wagenhalle weiterlesen